Barbara Doll und Alessandro Tardino "Sonaten mit Poesie, Fantasie und Zeitgeist"

Fr 23. September

19.00 h, 60'
BauArt Basel, Claragraben 160

 

Die Geigerin Barbara Doll und der Pianist Alessandro Tardino spielen mitreissende und leidenschaftliche Sonaten für Violine und Klavier von Bohuslav Martinu, Vitezslava Kapralova und Leos Janácek.

 

Programm:
Bohuslav Martinu: Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier (1929)
Vitezslava Kapralova (1915-1940): Legende und Burleske op.3 (1932)

Leos Janácek: Sonate für Violine und Klavier (1914)

Der jazzige Zeitgeist der späten 1920er Jahre liess Martinu, der 16 Werke für Violine und Klavier schrieb und selbst Geiger war, seine offizielle Sonate Nr. 1 schreiben. Das virtuose, brillante, in freier Form angelegte Werk gilt als seine "Jazz-Sonate", angeregt ebenso von Ravel wie von Gershwins „Rhapsody in blue“. Ein mitreissendes und vielschichtiges, wenn auch selten aufgeführtes Werk.

Hierzulande weitgehend unbekannt ist die tschechische Komponistin Vitezslava Kapralova, deren 100. Geburtstag und 75. Todestag wir letztes Jahr gedachten. Die hochbegabte junge Frau hatte eine kurze Liaison mit Martinu, der ihr sein 5. Streichquartett widmete. Nach ersten grossen Erfolgen musste sie bereits mit 25 Jahren aus dieser Welt abtreten. Ihre Musik ist spätromantisch, leidenschaftlich und geistreich.

Janácek schrieb seine einzig erhaltene, grossartige Violinsonate 1914 unter dem Eindruck des Ausbruchs des 1. Weltkrieges und der Freude über den Einmarsch der Russen im damals österreichischen Mähren. Das hochexpressive und sehr kontrastreiche Werk spiegelt slawisch-patriotische Gefühle auf höchst subtile und persönliche Weise wieder.

„Ihr Spiel ist von brillanter schöpferischer Souveränität und suggestiver Kraft"

 Sofia Gubaidulina über die Geigerin Barbara Doll, gebürtig aus München und seit 2014 Professorin für Violine an der Hochschule für Musik Basel, nachdem sie seit 2004 eine Professur an der Hochschule der Künste Bern innehatte. Barbara Doll ist eine vielseitige Musikerin, die als Kammermusikerin wie als Solistin international auftritt. Ihre Lehrer waren Ana Chumachenko, Thomas Zehetmair, Thomas Brandis und David Takeno, wichtige Einflüsse waren auch Meisterkurse bei Sandor Végh und György Kurtág. Sie konzertierte in Sälen wie der Wigmore Hall und dem Barbican, London, dem Kammermusikaal der Philharmonie in Berlin und dem Auditorio Nacional in Madrid. Als Solistin trat sie u.a. mit dem English Chamber Orchestra und dem European Union Chamber Orchestra. Als Preisträgerin des Internationalen Schubertwettbewerbs Graz und des Kuhmo International Duo Competition, Finnland, hat sie CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen gemacht und ist Gast auf zahlreichen Kammermusikfestivals, als Partnerin von Künstlern wie Miriam Fried, Homero Francesch, Heinz Holliger, Nigel Kennedy, Patricia Pagny, Silke Avenhaus, Cristina Marton, Christopher Hinterhuber, Nicolas Altstaedt, Natalie Clein, Dieter Flury und Dimitri Ashkenazy. Seit 2014 spielt sie im ARIA Quartett. Barbara Doll war Gastkonzertmeisterin des English Chamber Orchestra, des Stuttgarter, Zürcher und Münchner Kammerorchesters, des Kammerorchester Basel, der Kammerphilharmonie Amadé, der Kammerakademie Neuss, der Camerata Salzburg , des Kammerorchester Basel und des Ensemble Resonanz Hamburg. Größtenteils leitete sie diese Kammerorchester auch ohne Dirigent. Jahrelang spielte sie im Chamber Orchestra of Europe, oft unter Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt.

Barbara Doll gibt international Meisterkurse, u.a. Dozentin bei Villa Musica, Mainz. Als Jurorin wird sie zu nationalen wie internationalen Wettbewerben eingeladen. Sie ist Präsidentin der European String Teacher Association, Schweiz und engagiert sich in der Talentförderung.

Alessandro Tardino ist 1987 geboren und begann seine musikalische Ausbildung am „Conservatorio di Frosinone“ (Rom) mit Flöte (bei Pietro Romano) und Klavier (bei Cecilia De Dominicis). Im Alter von 15 Jahren schloss er beide Fächer mit Auszeichnung ab. Es folgten erste Auftritte als Solist, sowohl mit Flöte als auch Klavier (u.a. das Andante spianato und die Grande Polacca Brillante von Chopin.)
Ab 2003 studierte Alessandro Tardino an der „Accademia Pianistica Internazionale Incontri col Maestro” von Imola mit Franco Scala und Michel Dalberto. Meisterkurse u. a. mit Gianluca Cascioli, Joaquin Soriano, Oleg Marshev, Andrea Lucchesini, Zoltan Kocsis, Yang Jun und Robert Levin.?2006, Konzertdiplom mit Auszeichnung. Von der „Associazione Concertistica Romana“ erhält er den „Premio Regione Lazio“ für das beste Diplom des Jahres.
Zu den frühesten Konzerten von Alessandro Tardino gehören die Mitwirkung bei den „Semaines Musicales“ von Crans- Montana als Solist, und als Kammermusiker mit Eric Crambes und Henri Demarquette und Michel Dalberto, am Festival „Bologna si rivela” / „Aimez vous Cage” in Zusammenarbeit mit Bruno Canino, Antonio Ballista und Philipe Daverio. Als Solist mit dem „Orchestra nell’Auditorium Orchestra Verdi di Milano“ zum Anlass des Chopin Festivals Mailand, das vom Fernsehen aufgezeichnet wurde.
Er spielt regelmässig am Festival „MITO Settembre Musica” und hält Rezitals in verschiedenen Konzerthäusern, wie u.a. im „Teatro Manzoni di Milano“, in der „Galleria d’Arte Moderna di Milano“, in der „Accademia Filarmonica di Verona“, im „Teatro Comunale di Vicenza“ und der „Accademia Filarmonica di Bologna.“ Alessandro Tardino ist erster Preisträger des „Concours International de Piano de Lyon, 2012“.
Als gefragter Klavierbegleiter und Pädagoge arbeitet er u.a. regelmässig bei den Sommerkursen des Mozarteums in Salzburg für die Violinklasse von Pierre Amoyal.?Seit 2015 lebt Alessandro Tardino als freischaffender Pianist in Basel und erhält u.a Aufträge von der Musik-Akademie und der Hochschule für Musik Basel, korrepetiert und unterrichtet privat.

 

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