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Kammerorchester Basel "Fremdländler"***

Sa 24. September

20.30h, 60'
Theodorskirche, Theodorskirchplatz

 

Viviane Chassot, Akkordeon

Konstantin Timokhine, Alphorn
Yuki Kasai, Violine und Leitung
Kammerorchester Basel

 

Programm:

Vinko Globokar: "Cris des alpes" für Alphorn solo (1986)

 

Joseph Haydn: Konzert für Klavier / Orch. D-Dur Hob. XVIII:11, Fassung für Akkordeon 

 

Helena Winkelman: Fremdländer für Ensemble (über das Totenmügerli von Franz Hohler)

 

Georg Philipp Telemann: Ouverturensuite "Les Nations" in B-Dur, TWV 55:B5

 

Renaissance der Tradition oder Ethnokitsch? Jodeln, Brauchtum und Volksmusik sind angesagter denn je und fordern die zeitgenössische Kunstrezeption heraus. Doch nicht erst seit heute: Schon Telemann nahm in seiner Musik immer wieder musikalische Impulse und Zeiterscheinungen aus ganz Europa auf. Oder ist es Zufall, dass er seine Suite nicht instrumentiert, sondern die Stimmen lediglich mit „2 Dessus, Taille et Basse“ bezeichnet hat? Wohl eher nicht, vielmehr wollte er mit einem Schuss Ironie zur Fantasie anregen, wie wohl die Türken, die Schweizer, die Moskauer, die Portugiesen klingen könnten. Und  woher wohl die Hinkenden und die Läufer gekommen sein mögen, die von Telemann auch je einen Satz bekommen haben?

Wenn das „all’ongarese“ aus Haydns bekanntestem Klavierkonzert für einmal auf dem Akkordeon erklingt, ist dies vielleicht sogar idiomatischer als auf dem Cembalo oder Hammerflügel. Wenn Vinko Globokar in seinem „Cris des Alpes“ das Ur-Alpeninstrument Alphorn für einmal wie eine Posaune oder wie eine Tabakpfeife einsetzt, ist dies – im Sinne des Musiktheaters – heute vielleicht einleuchtender als immer wieder die natürlichen Obertöne abzuspulen und damit Melodien zu basteln. Und Helena Winkelmans „Totemügerli“ – Musik? Die Sprachfantasie und –improvisation eines Franz Hohler wird in urschweizerischem Klanggewand (etwa mit Hackbrett und Klarinette) zu einer witzig-ironischen Persiflage über... Über was denn eigentlich? Ist es noch die Volksmusik, die von ihren Ursprüngen spricht? Spielt es auf der anderen Seite überhaupt eine Rolle, welchen Sinn wir in die nicht existierenden Wörter des Berndeutschen Geschichtleins hineininterpretieren? Welche Konstruktionen – ob in der Sprache oder in der Musik – transportieren heute noch konkrete Inhalte, die über das Angedeutete, über die blosse Improvisation hinausgehen?

 

*** Mit einem KlangBasel-Ticket erhalten Sie mind. 50% Ermässigung.

 

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