Novantik Project Basel "Zum Roten Schneck"

Sa 24. September

13.00h, 45'
Startpunkt: Jazzcampus, Utengasse 15


Ein Zeitreise-Spaziergang entlang historischer Basslinien durch die Gassen Kleinbasels. Das Publikum selber singt diese dabei mithilfe von Chorleiterin Abélia Nordmann und Bariton Valerio Zanolli.

novantik project basel

Abélia Nordmann und Valerio Zanolli, Leitung

Katia Viel, Coline Ormond, Violinen

John Martling, Michael Ely, Theorbe, Laute

Valerio Zanolli, Bass

 

Zum Roten Schneck

Ein Zeitreise-Spaziergang entlang historischer Basslinien

 

novantik project basel führt das Publikum auf Erkundungsgang durch die Gassen des Oberen Kleinbasel. Die Bausteine: Basso-Ostinato-Modelle wie das der Chaconne und der Passacaglia – wörtlich „pasar una calle“: „eine Strasse entlanggehen“ – und Oberstimmen auf historischen Instrumenten. Die Kulisse: jahrhundertealte Häuserfassaden, Fensterbögen und Steinmauern in der Rheingasse, Utengasse und Rebgasse. Die Faszination: als Kind oder Erwachsener Teil eines Ensembles sein, das an verschiedenen Stationen kurze Stücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufbaut. Das Publikum ist dabei die Basis und singt mithilfe von Chorleiterin Abélia Nordmann und Bariton Valerio Zanolli die Bass-Lines – und trägt so das musikalische Konstrukt auf den Schultern. Darüber spielen Geigen, Flöten und Theorben, und auch da ist Fragen und Ausprobieren erlaubt: Kann man über diese Basslinien auch „Fly me to the moon“ singen? Was ist dieses grosse Instrument, das so aussieht wie eine langgezogene Gitarre? Wie klingt der Unterschied zwischen einer Stahl- und einer Darmsaite? Und was hat der Rattenfänger von Hameln wohl auf seiner Flöte gespielt?

 

Johann Sebastian Bachs Chaconne, der letzte Satz seiner Partita Nr. 2 für Violine in d-Moll (1720), und Heinrich Ignaz Franz Bibers Passacaglia in g-Moll aus den Mysterien- oder Rosenkranz-Sonaten (1678) sind zwei Beispiele europäischer Musik, deren universelle Sprache gemeinsame Bass-Strukturen waren. novantik project basel bringt diese gemeinsame Kultur auf die Strasse und zeigt, wie nah sich immer wieder zerstrittene Länder auf künstlerischer Ebene waren. Die InstrumentalistInnen geben dem Publikum die Möglichkeit, das singend und hörend zu erleben und zu verstehen.

 

Pachelbels weltberühmter vierstimmiger Kanon in D-Dur (um 1680) wird zum Finale auf der Kreuzung Rebgasse/Riehentorstrasse: Unter fachkundiger Anleitung können Kinder und Erwachsene die Instrumentengruppen und Stimmen dirgieren, die aus Fenstern und Hauseingängen erklingen und von vorbeikommenden KlangBasel-MusikerInnen und spontanen MitsängerInnen bereichert werden.

 

novantik project basel widmet sich Brückenprojekten, in denen Stimmen und Instrumente mit Elan und Engagement Epochen zusammenführen und sich an dem freuen, was Musik eines jeden Jahrhunderts verbindet: Spielfreude, Experimentierlust und Emotionalität. Dabei schöpft das professionelle Ensemble aus einer fundierten Kenntnis der Alten Musik und einem breiten Erfahrungsschatz in der Uraufführung Neuer Musik und bereichert jedes Projekt durch intensives Quellenstudium und wertvollen Dialog mit den KomponistInnen.


Das Ensemble performt in unterschiedlichen Formationen von Stimme und historischen Instrumenten von zwei bis dreissig KünstlerIinnen; die meisten Mitglieder genossen und genießen ihre Ausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis. novantik project basel spielt, forscht und experimentiert – jedes neue Projekt, jedes Stück Musik ist Grundlage einer Auseinandersetzung mit neuen Perspektiven in der Musik.

 

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